Hintergrundinfo

Was man wissen muss

So funktioniert Photovoltaik

Solarzellen bestehen aus Halbleitern. Diese erzeugen aus der Strahlungsenergie des Sonnenlichts Elektrizität. Die Solarzellen werden unterschieden in Dünnschichtzellen einerseits und kristalline – mono- und multikristalline – Zellen andererseits. Kristalline Solarzellen haben einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Sie werden aus einem Siliziumblockin dünne «Wafer» gesägt. Farblich reicht ihr Spektrum von Blau bis zu dunklem Anthrazit. Was den Wirkungsgrad angeht, stehen monokristalline Module mit 16–21 Prozent (je nach Technologie) an der Spitze. Multikristalline erreichen 14–16 Prozent. Den tiefsten Wirkungsgrad haben Dünnschichtmodule mit 5 bis 10 Prozent; dafür ist ihr Schwachlichtverhalten besonders gut.

Die meisten Solarstrom-Anlagen speisen den selbstproduzierten Strom, den sie nicht selber nutzen, ins Netz des lokalen Elektrizitätswerkes ein. Nachts oder bei geringer Sonnenstrahlung kann der Strom wiederaus dem Netz bezogen werden. So funktioniert das lokale Elektrizitätswerk (EW) wie ein Energiespeicher. Photovoltaik-Anlagen können aber auch netzautonom funktionieren, als sogenannte Inselanlage mit Batterien. Dazu braucht es spezielle Leuchten und Geräte.
Solarzellen produzieren über acht Mal so viel Energie, wie zu ihrer Herstellung benötigt wird. Zudem können Solarzellen gut rezykliert werden.

Netzverbund-Anlagen mit Eigenverbrauch

Der produzierte Strom kann gleich im Haushalt verbraucht werden. Ein Produktionszähler rechnet die von der Photovoltaik-Anlage produzierten Kilowattstunden zusammen. Ein Bezugs- und Überschusszähler zeichnet die Energie auf, die vom Netz bezogen wird bzw. die überschüssige Energie, die ins Netz eingespeist wird.

Netzverbund-Anlage (KEV)

Über einen Produktionszähler wird die Energie der Photovoltaik-Anlage ins Netz eingespeist. Diese Menge wird von Swissgrid (KEV) vergütet. Die Energie, die vom öffentlichen Stromnetz bezogen wird, zählt der Bezugszähler separat auf und wird normal vom örtlichen Elektrizitätswerk verrechnet.

Sich selber mit Strom versorgen und das eigene Kraftwerk auf dem Hausdach haben – ein gutes Gefühl! Gleichzeitig ist Solarstrom und die Nutzung dieser unerschöpflichen Energiequelle eine sinnvolle Investition.
Die Dächer vieler Ein- oder Mehrfamilienhäuser sind für Photovoltaik-Anlagen geeignet. So holt beispielsweise ein Giebeldach, das 30 Grad gegen Südwesten bis Südosten geneigt ist, zwischen 95 und 100 Prozent der Sonneneinstrahlung. Bei einem Flachdach werden die Module einfach aufgelegt oder geständert; es ist aber auch möglich, die Module vertikal an der Fassade anzubringen. Wichtig: Die Anlage sollte möglichst unbeschattet sein, da sonst der Ertrag beeinträchtigt wird.
Wer eine günstig ausgerichtete Dachfläche mit 40 m2 Photovoltaik-Modulen bestückt, kann damit eine Leistung von ca. 5 Kilowatt Peak (kWp) installierte Leistung erzeugen. Eine solche Anlage kann im Mittelland bis 4’500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr erbringen. Damit ist in etwa der Bedarf eines vierköpfigen Haushalts gedeckt.
Die meisten PV-Anlagen sind Netzverbundanlagen, d.h. sie speisen den selbst produzierten Strom, den sie nicht selber nutzen, ins Netz des lokalen Elektrizitätswerkes ein und erhalten einen vereinbarten Strompreis pro Kilowattstunde.
Die Anlage kann aber auch bei swissgrid für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für Strom aus erneuerbaren Energien angemeldet und der gesamthaft produzierte Strom abgegeben werden. Die zur Verfügung stehenden Mittel sind allerdings beschränkt; die Antragssteller stehen zurzeit auf einer Warteliste. 
Eine Photovoltaikanlage hat eine Lebensdauer von über 30 Jahren. Die Investition wird innerhalb von 25 Jahren abgeschrieben.